EINE ABFALLFREIE WELT AUFBAUEN Gewinner

DIE STADT MAILAND

The City of Milan Food Waste Hubs

Ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel landet im Müll. Jedes weggeworfene Lebensmittel verbraucht wertvolle Ressourcen und setzt die Landwirtschaft unter Druck. Insgesamt verursacht das globale Lebensmittelsystem zwischen 25 und 30 % der weltweiten Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig leiden Millionen von Menschen unter Ernährungsunsicherheit.

Die Food Waste Hubs der Stadt Mailand gehen zwei Probleme gleichzeitig an. Sie wurden 2019 mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Menge der Lebensmittelabfälle bis zum Jahr 2030 zu halbieren. Die Zentren sammeln vor allem Lebensmittel aus Supermärkten und Kantinen ein und geben sie an NROs weiter, die sie dann an die bedürftigsten Bürger verteilen.

Mailand ist die erste Großstadt, die eine stadtweite Lebensmittelabfallpolitik durchsetzt, die öffentliche Einrichtungen, Lebensmitteltafeln, Wohlfahrtsverbände, NROs, Universitäten und Privatunternehmen umfasst. Und es funktioniert. Heute verfügt die Stadt über drei Food Waste Hubs, die jeweils etwa 130 Tonnen Lebensmittel pro Jahr retten − oder 350 kg pro Tag, was schätzungsweise 260.000 Mahlzeiten entspricht.

Mailand hat eine Blaupause geschaffen, die weltweit angewandt werden kann, und wenn das Beispiel von Mailand Schule macht, könnten Städte zu den größten Helfern auf dem Weg zu einer abfallfreien Welt werden.

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Unsere Finalisten

Wir wollen eine Welt schaffen, in der nichts verschwendet wird, und in der das, was bei einem Prozess übrig bleibt, zum Ausgangsstoff des nächsten Prozesses wird – so wie es in der Natur. Wir werden den Earthshot-Preis für die herausragendsten Bemühungen zur Bewältigung dieser Herausforderung verleihen. Lernen Sie die Finalisten kennen, die uns mit ihren bemerkenswerten Lösungen helfen werden, dieses Earthshot-Ziel zu erreichen.

EINE ABFALLFREIE WELT AUFBAUEN Finalisten

Kenia

Sanergy

In den Entwicklungsländern zeichnet sich ein sanitärer Notstand und eine Krise der Abfallwirtschaft ab, da die boomenden Städte mit einer zunehmenden Abfallflut zu kämpfen haben. Da viele Städte über ihre Abwassersysteme hinauswachsen, brauchen sie saubere, kosteneffiziente Lösungen zur Verwertung organischer Abfälle. Hier kommt Sanergy ins Spiel.

In den Schwellenländern fallen jährlich zwei Milliarden Tonnen Feststoffabfall an. Diese Menge wird noch weiter zunehmen. Das in Nairobi ansässige Unternehmen Sanergy beweist, dass diese Menge sicher bewältigt werden kann. Seine hochwertigen, lokal verwalteten, kostengünstigen Trockentoiletten bietet eine saubere und erschwingliche Alternative zur Kanalisation. Sanitäre Abfälle aus den Slums und alle anderen Arten von organischen Abfällen aus Küchen, landwirtschaftlichen Abpackbetrieben und Märkten werden sicher entfernt und zur Anlage von Sanergy transportiert, wo sie von den Larven der Schwarzen Soldatenfliege verzehrt und in sichere landwirtschaftliche Betriebsstoffe umgewandelt werden, die an örtliche Bauern verkauft werden.

Sanergy versorgt täglich 140.000 Einwohner und entsorgt 20.000 Tonnen Abfall pro Jahr. Das Unternehmen trägt auch zur Bekämpfung der Ernährungsunsicherheit bei. Der organische Dünger von Sanergy und das als Tierfutter verwendete Insektenprotein haben die landwirtschaftlichen Erträge um bis zu 30 % erhöht und Landwirten dabei geholfen, den Lebensmittelbedarf der wachsenden Bevölkerung zu decken.

Sanergy ist bereits die größte Abfallverwertungsanlage im östlichen Zentralafrika. In den nächsten fünf Jahren wollen die Gründer fünf Millionen Tonnen Abfall verwerten. Sanergy hat eine wahrhaft einfallsreiche Lösung für ein schmutziges Problem gefunden.

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EINE ABFALLFREIE WELT AUFBAUEN Finalisten

Japan

WOTA BOX

Fast 40 Prozent der Weltbevölkerung könnte bis zum Jahr 2050 unter „Wasserstress“ leiden. Der Klimawandel und das Bevölkerungswachstum führen jetzt schon in vielen Gebieten der Welt zu Wasserengpässen.

WOTA, ein japanisches Start-up-Unternehmen, will die Wassersicherheit durch die Wiederverwendung von Abwasser verbessern. Die WOTA BOX, das erste Produkt des 2014 gegründeten Unternehmens, ist die einzige Lösung ihrer Art und kann über 98 Prozent des Abwasseraufkommens in sauberes Frischwasser umwandeln.

Die WOTA BOX ist viel kleiner als eine typische Wasseraufbereitungsanlage, ist über 50 Mal effizienter und kann in großem Maßstab bereitgestellt werden. Für die Installation ist keine bestehende Infrastruktur erforderlich.

Die Lösung hat jetzt schon große Auswirkungen. In den vergangenen Jahren wurde sie in Japan von über 20.000 Menschen genutzt, nachdem Überschwemmungen, Taifune und Erdbeben die Wasserversorgung unterbrochen hatten.

Der Gewinn des Earthshot-Preises würde dazu beitragen, die Lösung auf der ganzen Welt zu verbreiten und gleichzeitig die Kosten des Systems für Entwicklungsländer zu reduzieren. WOTA hofft, dass seine Technologie eine so große Verbreitung finden wird wie Stromgeneratoren Im Erfolgsfall könnte sie die Welt vor einer wasserarmen Zukunft zu bewahren.

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