Die Gewinner des Goldman-Preises 2020

GLOBALE ALLIANZ

Die Nominierenden für den Earthshot-Preis wurden aufgrund ihrer Fähigkeit ausgewählt, die wirkungsvollsten Lösungen für die fünf Earthshots zu finden – in allen Ländern und Sektoren und von der Basis bis auf Unternehmensebene. Zu den Nominierenden aus aller Welt gehören unsere Globale Allianz, ein Netzwerk globaler Organisationen, die sich dem Umweltschutz verschrieben haben, sowie akademische und gemeinnützige Institutionen und Verbände des Privatsektors, die die Zielsetzung des Earthshot-Preises teilen: zur Wiederherstellung unseres Planeten beizutragen. Unsere Globale Allianz und unsere Nominierungspartner spielen bei der Earthshot-Initiative sowie im gesamten Umweltbereich eine zentrale Rolle. Wir freuen uns daher, regelmäßig über ihre Neuigkeiten zu berichten.

Die Goldman-Umweltstiftung, ein offizieller Nominierungspartner für den Earthshot-Preis, hat die sechs Empfänger ihres diesjährigen Goldman-Umweltpreises bekanntgegeben.

Der Goldman-Umweltpreis, der jährlich an sechs „Umwelt-Helden“ der Graswurzelbewegung aus sechs Kontinenten vergeben wird, ist eine der angesehensten Umweltauszeichnungen der Welt. Der Preis würdigt die Leistungen und die Führungsqualitäten von Umweltaktivisten an der Basis und soll zu Handlungen inspirieren, die zum Schutz unseres Planeten beitragen.

Der Preis wurde 1989 in San Francisco von den Philanthropen Rhoda und Richard Goldman ins Leben gerufen, die eine führende Rolle in der Wohltätigkeitskultur ihrer Stadt spielten. Richard Goldman sagte einst: „Wir wollen die Welt in einem besseren Zustand verlassen, als wir sie vorgefunden haben.“ In den 31 Jahren seines Bestehens hat der Preis, der bisher an 200 Preisträger (darunter 87 Frauen) aus 90 Ländern verliehen wurde, den Umweltschutz auf unserem Planeten erheblich gefördert, da er ein Schlaglicht auf viele kritischen Umweltprobleme der Erde wirft.

Gewöhnlich wird der Preis im April bei einer Zeremonie im Opernhaus von San Francisco persönlich an die Preisträger übergeben. Angesichts der Coronavirus-Pandemie wurden die diesjährigen Preise jedoch am 30. November 2020 bei einer virtuellen Zeremonie verliehen. Dieses Datum ist kein Zufall: Am 29. November 2010 jährt sich der Todestag von Richard Goldman zum 10. Mal.

Die diesjährigen Gewinner sind:

CHIBEZE EZEKIEL, Ghana
Durch eine vierjährige Graswurzelkampagne erreichte Chibeze Ezekiel, dass der ghanaische Umweltminister den Bau des ersten Kohlekraftwerks des Landes mit einer Kapazität von 700 Megawatt (MW) und eines angrenzenden Schiffshafens für den Kohleimport absagte. Ezechiels Aktivismus verhinderte den Einzug der Kohleindustrie in Ghana und lenkte die Energiezukunft des Landes von der Kohle weg.

KRISTAL AMBROSE, Bahamas
Kristal Ambrose startete eine Jugendbewegung auf den Bahamas und überzeugte die Regierung, Einweg-Plastiktüten, Plastikbesteck, Strohhalme und Styroporbehälter und -becher zu verbieten. Das im April 2018 verkündete landesweite Verbot trat im Januar 2020 in Kraft.

LEYDY PECH, Mexico
Ein von der indigenen Maya-Imkerin Leydy Pech geleitetes Bündnis konnte erfolgreich verhindern, dass die Firma Monsanto im Süden Mexikos gentechnisch verändertes Soja anpflanzt. Aufgrund dieser Initiative entschied der Oberste Gerichtshof Mexikos im September 2017 gegen die Aussaat von gentechnisch veränderten Sojapflanzen mit der Begründung, die mexikanische Regierung habe gegen die verfassungsmäßigen Rechte der Maya verstoßen. Aufgrund der Hartnäckigkeit von Pech und ihres Bündnisses widerrief das mexikanische Landwirtschaftsministerium die zuvor erteilten Genehmigungen für den kommerziellen Anbau von Gensoja.

LUCIE PINSON, Frankreich
Durch ihren Aktivismus brachte Lucie Pinson 2017 die drei größten Banken Frankreichs erfolgreich dazu, die Finanzierung neuer Kohleprojekte und Kohleunternehmen einzustellen. Dann setzte sie französische Versicherungsgesellschaften unter Druck, es ihnen gleichzutun: Zwischen 2017 und 2019 kündigten die Mega-Versicherer AXA und SCOR Pläne an, die Versicherungsdeckung für Kohleprojekte zu beenden.

NEMONTE NENQUIMO, Ecuador
Nemonte Nenquimo führte eine indigene Kampagne an, die eine Gerichtsentscheidung über den Schutz von 202.000 Hektar Amazonas-Gebiet und Waorani-Territorium bewirkte. Durch ihre Klage gegen die Ölförderung im Amazonas-Regenwals schuf Nenquimos einen juristischen Präzedenzfall für die Rechte Indigener in Ecuador. Weitere Volksgemeinschaften treten nun in ihre Fußstapfen, um noch mehr Gebiete des Regenwaldes vor der Ölförderung zu schützen.

PAUL SEIN TWA, Myanmar
Zum Schutz der Umwelt und der Kultur der Karen in Myanmar führte Paul Sein Twa im Dezember 2018 eine einzigartige und gemeinschaftliche Initiative zur Errichtung eines 0.54 Millionen Hektar umfassenden Friedensparks im Flussgebiet des Saluen an. Dieses Gebiet ist eine Zone von großer biologischer Vielfalt und die Heimat des indigenen Volkes der Karen, das seit langem Autonomie und Selbstbestimmung anstrebt. Der neue Park stellt einen wichtigen Sieg für den Frieden und den Naturschutz in Myanmar dar.

 

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The Earthshot Prize